Google Jobs: So erscheinen Ihre Stellenanzeigen in der Google-Suche
Lukas Kosman
Gründer & Chief Customer Officer

Was Google Jobs für Ihre Praxis bedeutet
Wer bei Google nach „MFA Stellenangebot Köln" oder einem ähnlichen Begriff sucht, sieht meist zuerst eine Box mit mehreren offenen Stellen – noch vor den klassischen Suchergebnissen. Das ist Google Jobs. Damit eine Anzeige dort auftaucht, genügt es nicht, sie einfach auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen. Google benötigt zusätzlich eine technisch lesbare Struktur im Hintergrund, die als „strukturierte Daten" oder „JobPosting-Markup" bezeichnet wird. Fehlt diese Struktur, liest Google zwar den Text der Stellenanzeige, kann ihn aber nicht zuverlässig als Jobangebot erkennen – und zeigt ihn dann schlicht nicht in der Job-Box an.
Das klingt zunächst nach einem technischen Detail, das vor allem IT-Abteilungen betrifft. In der Praxis ist es jedoch ein Unterschied, der direkt über die Zahl der eingehenden Bewerbungen entscheidet. Stellen Sie sich zwei Praxen vor, die fast zeitgleich eine MFA-Stelle ausschreiben: Die eine veröffentlicht die Anzeige lediglich als PDF-Download auf der eigenen Webseite, die andere hinterlegt dieselbe Anzeige mit korrektem Markup. Wer gerade aktiv nach einer Stelle sucht, sieht die zweite Praxis oben in der Job-Box, während die erste Praxis trotz identischem Anzeigentext schlicht unsichtbar bleibt. Für Bewerbende macht das keinen Unterschied in der Qualität der Stelle – wohl aber in der Frage, ob sie überhaupt davon erfahren.
Für Praxen und Einrichtungen im Gesundheitswesen ist das kein Nebenschauplatz, sondern relevant: Wer eine Stelle besetzen möchte, sollte dort präsent sein, wo überhaupt noch gesucht wird. Laut Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit bestehen Engpässe vor allem in Pflegeberufen und im Bereich der medizinischen Berufe. Eine zusätzliche, kostenlose Sichtbarkeit in der Google-Suche löst diesen Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern natürlich nicht auf. Sie kann aber dafür sorgen, dass Ihre Anzeige überhaupt im Blickfeld der wenigen Menschen landet, die aktiv suchen – und genau darauf kommt es in einem engen Arbeitsmarkt an. Gerade in Regionen, in denen mehrere Praxen gleichzeitig um dieselben wenigen Fachkräfte werben, kann diese zusätzliche Sichtbarkeit den Ausschlag geben, welche Anzeige überhaupt gelesen wird.
So funktioniert Google Jobs technisch
Google Jobs ist keine eigene Jobbörse, auf der Sie sich registrieren. Stattdessen durchsucht Google automatisiert Karriereseiten und Jobportale im Web und übernimmt die Informationen, die es dort vorfindet. Damit das gelingt, muss die Seite mit der Stellenanzeige zwei Bedingungen erfüllen: Sie muss öffentlich und ohne Login erreichbar sein, und sie muss die Angaben zur Stelle in einem standardisierten Format enthalten, das Suchmaschinen automatisch auslesen können.
Dieses Format heißt „JobPosting" und ist ein allgemein anerkannter technischer Standard, kein Google-Sonderweg. Darin stehen üblicherweise Berufsbezeichnung, Beschreibung der Aufgaben, Name der Einrichtung, Standort, Beschäftigungsart sowie das Datum, seit wann die Stelle ausgeschrieben ist. Je vollständiger diese Angaben hinterlegt sind, desto präziser kann Google die Anzeige später bei passenden Suchanfragen ausspielen. Fehlt beispielsweise die Angabe zum Standort, kann es passieren, dass Ihre Anzeige bei einer Suche nach „MFA Jobs München" gar nicht erscheint, obwohl die Praxis tatsächlich in München liegt – schlicht weil Google diese Information aus dem Fließtext allein nicht zuverlässig herauslesen konnte.
Wichtig ist auch das Gegenteil: Wird eine Stelle besetzt, sollte die Markierung entfernt oder die Anzeige offline genommen werden. Sonst bewerben sich weiterhin Menschen auf eine Position, die es längst nicht mehr gibt – was auf beiden Seiten nur Zeit kostet. In der Praxis bedeutet das: Wer eine Stelle besetzt hat, sollte sich einen festen Termin notieren oder eine Erinnerung setzen, um die Anzeige zeitnah zu deaktivieren. Viele Praxisteams vergessen diesen Schritt im Tagesgeschäft, weil die eigentliche Einstellung gerade viel Aufmerksamkeit bindet – gerade deshalb lohnt sich eine kleine Routine, etwa das Entfernen der Anzeige direkt am Tag der Vertragsunterschrift.
Drei Wege, wie Ihre Stellenanzeige bei Google Jobs landet
Technisch führen mehrere Straßen zum gleichen Ziel. Welcher Weg sich eignet, hängt vor allem davon ab, wie Ihre Praxis aktuell Stellen ausschreibt und wie viel IT-Unterstützung bereits vorhanden ist. Es lohnt sich, vor der Entscheidung kurz zu prüfen, wie oft im Jahr überhaupt neue Stellen ausgeschrieben werden – denn davon hängt ab, ob sich ein aufwendigerer Weg überhaupt rechnet oder ob eine einfache Lösung völlig ausreicht.
Weg 1: Technische Umsetzung durch eine Agentur oder Entwicklerin
Betreibt Ihre Praxis eine eigene Webseite mit Content-Management-System, kann eine Webagentur das JobPosting-Markup direkt in den Programmcode jeder Stellenanzeige einbauen. Das ist der aufwendigste Weg, zugleich aber der flexibelste: Er lohnt sich vor allem dann, wenn regelmäßig mehrere Stellen gleichzeitig ausgeschrieben werden und sich die Anzeigen inhaltlich oft unterscheiden. Wer diesen Weg wählt, sollte mit der Agentur außerdem besprechen, wie das spätere Deaktivieren besetzter Stellen funktionieren soll, damit nicht bei jeder Änderung erneut ein externer Auftrag nötig wird.
Weg 2: Ein Plugin oder Baukasten-Modul
Viele Homepage-Baukästen und WordPress-Plugins bieten inzwischen Module an, die diese Struktur automatisch erzeugen, sobald eine Stellenanzeige in eine Eingabemaske eingetragen wird. Für einzelne Stellen ist das häufig der pragmatischste Weg – es muss kein Programmcode angefasst werden, und auch ohne technisches Vorwissen lässt sich eine Anzeige so einrichten. In der Praxis sieht das meist so aus, dass die Praxismanagerin oder der Praxismanager ein Formularfeld mit Titel, Ort und Aufgabenbeschreibung ausfüllt, und das Plugin daraus automatisch die passende technische Struktur im Hintergrund erzeugt. Ein Blick in die Dokumentation des jeweiligen Plugins lohnt sich trotzdem, da nicht jedes Modul alle Felder abdeckt, die für eine vollständige Darstellung sinnvoll sind.
Weg 3: Eine Plattform nutzen, die das übernimmt
Manche Anbieter für Bewerbermanagement im Gesundheitswesen liefern die technische Anbindung an Google Jobs bereits mit. Bei luna Jobs beispielsweise erscheinen Stellen zusätzlich bei Google Jobs, sobald sie auf der eigenen Karriereseite der Praxis veröffentlicht sind – ohne dass sich die Praxis um Markup oder Code kümmern muss. Das macht die ersten beiden Wege nicht überflüssig, kann für Praxen ohne eigene IT-Ressourcen aber der naheliegendere Einstieg sein, besonders wenn ohnehin ein Bewerbermanagement-System gesucht wird. Für Praxen, die bislang überhaupt keine eigene Karriereseite betreiben, ist das oft der schnellste Weg zu einer belastbaren Lösung, weil Karriereseite und technische Anbindung in einem Schritt entstehen, statt nacheinander aufgebaut werden zu müssen.
Inhaltliche Basis: Was jede Stellenanzeige enthalten sollte
Unabhängig vom technischen Weg entscheidet am Ende der Inhalt der Anzeige darüber, ob sie in Google Jobs gefunden und von Bewerberinnen und Bewerbern auch verstanden wird. Folgende Punkte sollten Sie deshalb prüfen:
- Eine klare, kurze Berufsbezeichnung ohne Zusatzwörter wie „dringend gesucht" im Titel – solche Zusätze verwässern eher, als dass sie anziehen, und verschlechtern zudem die Treffsicherheit, mit der Google die Anzeige einer konkreten Berufsbezeichnung zuordnen kann.
- Den genauen Arbeitsort, damit Google die Anzeige bei ortsbezogenen Suchen korrekt zuordnen kann. Auch eine Stadtteilangabe kann hilfreich sein, wenn die Praxis in einer größeren Stadt liegt und Bewerbende gezielt nach einem bestimmten Viertel suchen.
- Beschäftigungsart und Arbeitszeit, also ob Vollzeit, Teilzeit oder Minijob gesucht wird. Wer hier vage bleibt, riskiert, dass die Anzeige in den Filteroptionen von Google Jobs gar nicht auftaucht, wenn Bewerbende gezielt nach Teilzeitstellen suchen.
- Eine vollständige Beschreibung der Aufgaben und Anforderungen – Stichworte allein reichen nicht aus, um Bewerbenden ein reales Bild der Stelle zu geben. Statt nur „Blutabnahme, Impfungen, Patientenverwaltung" aufzulisten, hilft es, kurz zu beschreiben, in welchem Umfang diese Aufgaben im Praxisalltag tatsächlich anfallen.
- Einen klaren Bewerbungsweg: Wohin soll die Bewerbung gehen, und wie schnell reagiert die Praxis darauf? Eine konkrete Ansprechperson mit Namen wirkt dabei oft einladender als eine anonyme Sammeladresse.
Ein weiterer Punkt gehört unabhängig von Google Jobs ohnehin in jede Stellenanzeige: die diskriminierungsfreie Formulierung. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schreibt vor, dass Bewerbende in Stellenanzeigen nicht aufgrund ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität benachteiligt werden dürfen. Für die Praxis heißt das konkret: Stellenbezeichnungen mit dem Zusatz „m/w/d" versehen, auf Formulierungen wie „junges Team" oder feste Altersangaben verzichten und Anforderungen auf das beschränken, was für die Tätigkeit tatsächlich notwendig ist. Auch scheinbar harmlose Formulierungen wie „gesucht wird eine dynamische Teamplayerin" können im Zweifel ausschließend wirken, wenn daraus implizit Erwartungen an Alter oder Geschlecht herausgelesen werden können. Im Zweifel lohnt sich eine arbeitsrechtliche Prüfung der Formulierungen, bevor eine Anzeige veröffentlicht wird – gerade weil Verstöße gegen das AGG im schlimmsten Fall zu Entschädigungsansprüchen führen können.
Häufige Stolpersteine
- Die Karriereseite ist nicht auffindbar. Können Suchmaschinen die Seite grundsätzlich nicht crawlen – etwa weil sie technisch blockiert ist –, hilft auch das sorgfältigste Markup nichts. Diese Grundvoraussetzung sollte deshalb zuerst geprüft werden, bevor Zeit in Feinheiten investiert wird. Ein einfacher Test: Suchen Sie selbst bei Google gezielt nach dem genauen Titel Ihrer Stellenanzeige. Taucht die Seite dort gar nicht erst auf, liegt das Problem meist schon vor der eigentlichen Markup-Frage.
- Die Anzeige liegt nur als PDF oder Bild vor. Aus einem Bild kann Google keine strukturierten Daten auslesen, so gut die Gestaltung auch sein mag. Die Anzeige muss als Text auf einer eigenen Webseite stehen. Gerade in Praxen, die ihre Stellenanzeigen ursprünglich für den Aushang am Schwarzen Brett gestaltet haben, wird dieses Format oft unverändert ins Internet übernommen – mit dem Ergebnis, dass die Anzeige zwar hübsch aussieht, bei Google Jobs aber unsichtbar bleibt.
- Mehrere Stellen teilen sich eine Internetadresse. Jede offene Stelle braucht eine eigene, dauerhafte Adresse. Sonst kann Google die Angebote nicht eindeutig voneinander unterscheiden und zeigt im Zweifel gar keines davon zuverlässig an. Das betrifft vor allem Praxen, die alle offenen Stellen auf einer einzigen Unterseite „Karriere" auflisten, ohne für jede Position einen eigenen Abschnitt mit eigener Adresse anzulegen.
- Abgelaufene Anzeigen bleiben online. Wird eine Stelle besetzt, die Anzeige aber weder entfernt noch aktualisiert, bewerben sich weiterhin Menschen auf eine Position, die längst nicht mehr verfügbar ist. Das kostet Zeit auf beiden Seiten und hinterlässt bei Bewerbenden keinen guten Eindruck, wenn sie erst nach dem Versenden ihrer Unterlagen erfahren, dass die Stelle gar nicht mehr existiert.
Was Sie konkret als Nächstes tun können
- Prüfen Sie, ob Ihre Praxis bereits eine eigene Karriereseite mit einzelnen, dauerhaften Adressen pro Stelle hat.
- Klären Sie mit Ihrer Webagentur oder Ihrem Homepage-Anbieter, ob JobPosting-Markup bereits unterstützt wird oder sich nachrüsten lässt.
- Formulieren Sie jede Stellenanzeige vollständig: Titel, Ort, Aufgaben, Anforderungen, Bewerbungsweg – lückenhafte Angaben schwächen die Chance auf eine korrekte Einordnung durch Google.
- Entfernen oder aktualisieren Sie Anzeigen, sobald eine Stelle besetzt ist, statt sie einfach stehen zu lassen.
- Prüfen Sie Formulierungen auf diskriminierungsfreie Sprache, im Zweifel arbeitsrechtlich abgesichert.
- Legen Sie sich eine kurze interne Checkliste an, die Sie bei jeder neuen Stellenausschreibung abarbeiten – so wird aus einer einmaligen Einrichtung eine dauerhafte Routine, die auch dann funktioniert, wenn die Stellenausschreibung einmal unter Zeitdruck entsteht.
Wer diese Schritte einmal eingerichtet hat, profitiert bei jeder künftigen Stellenausschreibung davon, ohne dass laufend neuer Aufwand entsteht. Der größte Teil der Arbeit liegt in der einmaligen technischen Einrichtung – ist diese erledigt, reicht es meist aus, künftige Anzeigen nach demselben Muster zu verfassen und rechtzeitig zu pflegen. Wer die technische Seite nicht selbst stemmen möchte, kann auch eine Plattform wie luna Jobs nutzen. Praxen können dort monatlich kündigen, also ohne lange Vertragsbindung ausprobieren, ob sich der Weg für die eigene Praxis lohnt. Mehr zu den Konditionen finden Sie unter Preise, weitere Beiträge rund ums Recruiting im Jobs-Ratgeber. Bei Fragen zur Umsetzung erreichen Sie uns über den Kontakt.
Häufige Fragen
- Muss ich selbst programmieren können, damit meine Stelle bei Google Jobs erscheint?
- Nein. Sie können die technische Seite selbst umsetzen lassen, ein Karriereseiten-Plugin nutzen oder eine Plattform wählen, die Stellenanzeigen automatisch an Google Jobs übergibt. Wichtig ist nur, dass irgendeine dieser drei Varianten greift.
- Kostet die Aufnahme bei Google Jobs etwas?
- Die Aufnahme selbst ist kostenlos, Google verlangt keine Gebühr für die Darstellung in der Job-Box. Kosten entstehen höchstens für die technische Umsetzung, etwa über eine Agentur, ein Plugin oder eine Plattform.
- Wie lange dauert es, bis eine neue Stelle bei Google Jobs sichtbar wird?
- Das hängt davon ab, wie schnell Google Ihre Karriereseite erneut crawlt. Das kann von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. Je stabiler die technische Einbindung, desto zuverlässiger die Aktualisierung.
- Reicht es, wenn meine Stelle bereits bei Indeed oder Stepstone steht?
- Oft ja, denn große Jobbörsen übergeben ihre Anzeigen in der Regel ebenfalls an Google Jobs. Eine Garantie ist das aber nicht, und Sie sind dann von der Darstellung des jeweiligen Portals abhängig. Eine eigene Karriereseite mit korrektem Markup macht Sie unabhängiger.
- Muss ich ein Gehalt in der Stellenanzeige nennen, damit sie gelistet wird?
- Nein, eine Gehaltsangabe ist keine Voraussetzung. Sie kann aber helfen, dass Bewerberinnen und Bewerber Ihre Anzeige in den Google-Jobs-Filtern leichter finden.
Quellen
Sie suchen Fachkräfte?
Mit luna Jobs verwalten Sie alle Bewerbungen an einem Ort und werden zusätzlich bei Google Jobs gefunden.
Zu luna Jobs